Immer wenn die Ölpreise steigen, holt irgendjemand ohne Plan und Verstand die Kernkraft hinter dem Ofen hervor – und schon werden die Stimmen laut nach Strom „ohne Klimawirkung“ – stimmt gar nicht, aber mehr unten.
Was aber immer übersehen wird zeigt der Uran-Atlas 2026 ziemlich deutlich:
Es gibt keine funktionierenden Mini-AKWs. Sämtliche Testläufe sind gescheitert. Selbst wenn ein solches AKW irgendwann funktionieren würde, der Aufbau dauert Jahrzehnte – insbesondere in der benötigten Anzahl. (S. 60, Uran-Atlas 2026)
Ganz so emissionsfrei ist auch Atomstrom nicht – sondern rund 3x soviel wie z.B. onshore Windenergie (S. 60, Uran-Atlas 2026). Grade wenn die Emissionen in einen Kosten-Nutzen Vergleich mit Solar- und Windenergie gesetzt werden, zeigt sich die Ineffizienz der Kernkraft.
Über 40% des in Europa genutzten Urans wird direkt oder indirekt aus Russland bezogen (S. 56, Uran-Atlas 2026). Auch weiterhin, trotz Ukrainekrieg. Das ist eine so signifikante Menge, dass wir wirklich nicht von unabhängigem Strom sprechen können.
Wir wissen immer noch nicht, wohin mit den 420.000 Tonnen radioaktivem Müll (S. 54, Uran-Atlas 2026). Einzig Finnland hat ein Endlager gebaut, in Deutschland sollen bis 2027 10 mögliche Standorte vorgestellt werden. Wann mit der Einlagerung beginnen kann, ist ungewiss.
Der Umgang mit Altlasten ist enorm teuer (S. 25, Uran-Atlas 2026). Die Sanierungsmaßnahmen an alten Abbaufeldern der SDAG Wismut, die in der DDR in Sachsen und Thüringen Uran abgebaut hat, haben die Steuerzahlenden bereits 7 Milliarden gekostet, mit mindestens 9 Milliarden wird mittlerweile gerechnet. Hier sind noch nicht einmal die Kosten für eine Sanierung der Deponien und Abbaugebiete enthalten, die vor der Wiedervereinigung stillgelegt wurden.
Da bleibt nur festzuhalten:
Erneuerbare Energien sind die kostengünstigsten, sichersten und klimafreundlichsten Energielieferanten.
Wir merken grade, dass das auch vielen Menschen mittlerweile klar wird – und freuen uns über jede Solaranlage die wir bauen dürfen!
Alle Grafiken aus dem Uran-Atlas. Diese unterliegen der CC-BY-4.0 Lizenz. Der Uranatlas kann kostenlos hier heruntergeladen werden: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/Uranatlas-Atomkraft-BUND-2026.pdf


